SLE66R35 Datenblatt für 1K kontaktlosen IC-Chip

August 18, 2024 1098 Kommentare

SLE66R35 Datenblatt



Überblick zum SLE66R35 Datenblatt

Der SLE66R35 ist ein intelligenter 1-KByte-EEPROM-Speicherchip für kontaktlose Proximity-Kartensysteme mit MIFARE-Schnittstellenkonzept. Er wurde für 13,56-MHz-Anwendungen entwickelt, bei denen eine schnelle Kommunikation zwischen Karte und Lesegerät, kontrollierter Speicherzugriff und zuverlässiger Betrieb in stark belegten RF-Umgebungen erforderlich sind.

Der interne EEPROM-Speicher ist in 16 Sektoren aufgeteilt. Jeder Sektor umfasst 4 Blöcke mit jeweils 16 Byte. Diese Struktur ermöglicht eine klare Trennung von Wertdaten, Benutzerdaten, Anwendungsdaten, Sektorschlüsseln und Zugriffsbedingungen. Anders als ein einfacher Speicherbaustein bietet der SLE66R35 konfigurierbare Zugriffsrechte für einzelne Speicherblöcke und eignet sich dadurch für Karten mit mehreren Anwendungen.

Kernfunktionen und elektrische Eigenschaften

Die Kommunikation erfolgt über eine kontaktlose MIFARE-Schnittstelle und basiert auf den physikalischen Schnittstellen- und Antikollisionsprinzipien der ISO/IEC-14443-Teile 2 und 3. Energie und Daten werden über die Antenne übertragen, sodass die fertige Karte oder das Token keine Batterie benötigt. Bei optimal ausgelegter Leser- und Kartenantenne kann eine Reichweite von bis zu 10 cm oder mehr erreicht werden. Die tatsächliche Distanz hängt jedoch von Leserleistung, Antennengeometrie, Kartenmaterial und finalem Inlay-Aufbau ab.

Die RF-Schnittstelle arbeitet mit 13,56 MHz und einer Datenübertragungsrate von 106 Kbit/s. Diese Geschwindigkeit ermöglicht kurze Interaktionszeiten, beispielsweise typische Ticketing-Transaktionen unter 100 ms bei optimierter Systemauslegung, Firmware und Backend-Verarbeitung.

Sicherheit ist ein zentraler Bestandteil des SLE66R35-Designs. Der Chip unterstützt eine gegenseitige Drei-Pass-Authentifizierung zwischen Karte und Lesegerät, verschlüsselte Datenübertragung über die RF-Schnittstelle sowie verschiedene Datenintegritätsprüfungen wie Antikollisionslogik, 16-Bit-CRC, Paritätsprüfung, Bitzählprüfung und Kanalüberwachung. Jeder EEPROM-Sektor kann eigene Schlüsselsätze verwenden, wodurch eine Karte mehrere Anwendungen wie Zugangskontrolle, Zahlung, Ticketing und Servicevalidierung unterstützen kann.

Für die Speicherlebensdauer spezifiziert das Datenblatt mindestens 100.000 Schreib- und Löschzyklen pro Bit sowie eine Datenspeicherung von mindestens 10 Jahren, abhängig von den Temperaturbedingungen. Die EEPROM-Programmierzeit beträgt 5 ms. Zusätzlich bietet der Chip einen typischen ESD-Schutz von 6 kV und einen Betriebstemperaturbereich von -25 °C bis +70 °C.

Speicheraufbau und Funktionsblöcke

Der SLE66R35 kombiniert EEPROM-Speicher, eine analoge Schnittstelle, Authentifizierungslogik, Antikollisionslogik, Steuerlogik, EEPROM-Schnittstelle sowie eine Recheneinheit mit RAM. Die analoge Schnittstelle umfasst Modulation und Demodulation, Gleichrichtung, Taktrückgewinnung, Power-On-Reset und Spannungsregelung.

Die Antikollisionsfunktion ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Karten im Lesefeld, wobei das System einzelne Karten auswählen und verarbeiten kann. Dies ist besonders wichtig im praktischen Einsatz, da Benutzer häufig mehrere Karten in einer Geldbörse aufbewahren oder mehrere kontaktlose Medien gleichzeitig präsentieren. Eine zuverlässige Antikollisionsverarbeitung reduziert fehlerhafte Transaktionen und verbessert die Systemstabilität in öffentlichen Anwendungen.

Der Sektortrailer jedes Speicherbereichs enthält zwei geheime Schlüsselpaare und programmierbare Zugriffsbedingungen. Dadurch können Systembetreiber festlegen, wer Speicherblöcke lesen, schreiben, erhöhen, verringern oder anderweitig verarbeiten darf. Für Kartenhersteller ermöglicht diese Struktur eine kontrollierte Bereitstellung: Während der Erstausgabe kann ein Transportschlüssel verwendet werden, bevor der endgültige Herausgeber die Sektorschlüssel entsprechend seiner Sicherheitsrichtlinien personalisiert.

Geeignete Anwendungen für Karten, Tickets und Zugangssysteme

In der Praxis eignet sich der SLE66R35 für kontaktlose Proximity-Karten und ähnliche Identifikationsprodukte, die 1 KByte Speicher, schnelle 13,56-MHz-Kommunikation und sektorbasierte Zugriffskontrolle benötigen. Typische Einsatzbereiche sind öffentliche Verkehrstickets, Wertkarten, Mitgliedskarten, Campus-Karten, Mitarbeiterausweise, Besucherpässe, Loyalty-Systeme und Veranstaltungstickets. Für Hersteller von kontaktlosen RFID Cards ist der Chip interessant, wenn eine MIFARE-basierte Speicherarchitektur statt eines einfachen UID-Transponders benötigt wird.

Der Chip kann ebenfalls in kundenspezifischen Kartenprojekten eingesetzt werden, die Druck, Codierung, Personalisierung, Laminierung und Lesegerät-Kompatibilität kombinieren. Je nach Projektanforderung kann geprüft werden, ob der Chip als Wafer-Die, P-MCC2-2-1 oder P-MCC8-2-1-Modul geliefert werden soll. Das Datenblatt nennt LA und LB als Antennenanschlüsse, daher muss die endgültige Antenne gemeinsam mit Karte oder Inlay entwickelt und getestet werden.

Obwohl der SLE66R35 ein kontaktloser Speicherchip ist, wird er häufig im Zusammenhang mit umfassenderen Smartcard-Projekten betrachtet, darunter auch Contact IC Cards und hybride Kartenlösungen. Käufer sollten prüfen, ob vorhandene Lesegeräte, Encoder, Zugangssysteme und Sicherheitsrichtlinien die Speicherstruktur, Authentifizierungsmethode und Personalisierungsprozesse dieses Chips unterstützen.

Auch die Auswahl des Lesegeräts ist entscheidend. Ein RFID-System besteht aus Karte, Leser und Antenne, daher kann die Chip-Leistung nicht isoliert bewertet werden. Geeignete RFID-Lesegeräte müssen die erwartete 13,56-MHz-Schnittstelle, Authentifizierungsbefehle, Transaktionszeiten und das jeweilige Datenmodell unterstützen. Bei Projekten mit Drehkreuzen, POS-Terminals, Verkaufsautomaten oder Self-Service-Systemen sollten Muster mit der tatsächlich eingesetzten Hardware und Software geprüft werden.

Hinweise zu Anpassung, Gehäuse und Bestellung

Die Bestellinformationen des Datenblatts führen den SLE 66R35 auf Anfrage als Wafer-Die, P-MCC2-2-1 und P-MCC8-2-1-Ausführung auf. Bei einer Fertigproduktbestellung sollten Kartenmaterial, Antennengröße, Modulformat, Oberflächendruck, UID- oder Speichercodierung, Schlüsselverwaltung, Verpackung sowie Tests mit kundeneigenen Lesegeräten berücksichtigt werden. Eine frühzeitige Musterfreigabe ist zuverlässiger als eine Bewertung ausschließlich anhand der theoretischen Lesereichweite.

Bei OEM- und Fabrikprojekten ist nicht nur die Speicherkapazität entscheidend. Ebenso wichtig sind Anforderungen wie Sektortrennung, verschlüsselte Kommunikation, Antikollision, schnelle Transaktionen und langfristige Datensicherheit. Die endgültige Eignung sollte durch projektspezifische Tests, Leserprüfung und Sicherheitsbewertung bestätigt werden, insbesondere bei Zahlungs-, Ticketing- oder Zutrittsanwendungen.

Häufig gestellte Fragen zum SLE66R35 Datenblatt

Was für ein Chip ist der SLE66R35?

Der SLE66R35 ist ein intelligenter 1-KByte-EEPROM-Chip für kontaktlose Proximity-Smartcard-Anwendungen. Er arbeitet mit einer MIFARE-Systemschnittstelle bei 13,56 MHz und wurde für Kartensysteme mit Speichersegmentierung, Authentifizierung, Antikollision und sicherer RF-Kommunikation entwickelt. Er ist kein einfacher Nur-Lese-Identifikationschip, sondern unterstützt strukturierte Speicherzugriffe und kontrollierte Transaktionen.

Wie ist der 1-KByte-Speicher aufgebaut?

Der EEPROM-Speicher besteht aus 16 Sektoren, wobei jeder Sektor 4 Blöcke mit jeweils 16 Byte enthält. Diese Struktur ermöglicht individuelle Zugriffsbedingungen und eine sektorbasierte Schlüsselverwaltung. Dadurch können Kartenhersteller Anwendungsdaten, Wertspeicher, Steuerinformationen und sicherheitsrelevante Daten getrennt verwalten.

Welche Standards und Frequenzen unterstützt der Chip?

Der Chip arbeitet mit 13,56 MHz und folgt den physikalischen Schnittstellen- und Antikollisionsprinzipien der ISO/IEC 14443 Teile 2 und 3. Die Datenübertragungsrate beträgt 106 Kbit/s. Das tatsächliche Systemverhalten hängt von Leser, Antenne, Firmware und Kartenaufbau ab und sollte immer mit der Zielumgebung getestet werden.

Welche Sicherheitsfunktionen sind integriert?

Der SLE66R35 unterstützt eine gegenseitige Drei-Pass-Authentifizierung zwischen Karte und Leser, verschlüsselte RF-Datenübertragung sowie mehrere Mechanismen zur Datenintegrität wie Antikollision, 16-Bit-CRC, Paritätsprüfung, Bitzählprüfung und Kanalüberwachung. Jeder EEPROM-Sektor kann eigene Schlüssel verwenden, um verschiedene Anwendungen oder Speicherbereiche innerhalb einer Karte zu schützen.

Für welche Anwendungen eignet sich der SLE66R35?

Typische Anwendungen sind öffentliche Verkehrssysteme, Zugangskontrolle, Wertkarten, Campus-Karten, Mitgliedsausweise, Loyalty-Medien, Besucherpässe und geschlossene Zahlungssysteme. Der Chip eignet sich besonders für Anwendungen mit schneller kontaktloser Kommunikation, kurzen Transaktionszeiten und sicherem Speicherzugriff.

Welche Bauformen werden angeboten?

Das Datenblatt nennt auf Anfrage die Bauformen Wafer-Die, P-MCC2-2-1 und P-MCC8-2-1. Die Auswahl hängt vom Produktdesign, Antennenaufbau, Laminierungsprozess und Personalisierungsablauf ab. Vor der Musterbestellung sollte die benötigte Modulform bestätigt werden, da sie Fertigung, Prüfung und Kartenleistung beeinflusst.

Was sollte vor der Serienproduktion geprüft werden?

Vor der Serienproduktion sollten Leserkompatibilität, Antennenleistung, Speicherstruktur, Schlüsselverwaltung, Codierungsprozess, Kartenmaterial und Transaktionsgeschwindigkeit unter realen Bedingungen geprüft werden. Bei Zutritts-, Zahlungs- und Ticketing-Projekten sollten Musterkarten mit den tatsächlich eingesetzten Lesegeräten und Softwaresystemen getestet werden, um Integrationsrisiken zu reduzieren.

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