SLE5542 Datenblatt für sichere EEPROM-Chipkarten

August 18, 2024 1056 Kommentare

SLE5542 Datenblatt



Überblick zum SLE5542 EEPROM-Chipkarten-IC

Der SLE5542 ist ein intelligenter 256-Byte-EEPROM-Chipkarten-IC für kontaktbehaftete Smartcard-Projekte, die einen kompakten Speicher, eine kontrollierte Personalisierung und eine stabile synchrone Kommunikation benötigen. Der Baustein ist als zuverlässige Speicherlösung und nicht als Mikrocontroller-Karte konzipiert und eignet sich daher besonders für Wertkarten, Identifikationsmedien, Zugangskarten, Mitgliedskarten, Kundenbindungskarten sowie weitere kartenbasierte Anwendungen, bei denen kleine Datenmengen sicher gespeichert, gelesen und zuverlässig erhalten werden müssen.

Laut SLE5542 Datenblatt ist der Baustein funktional kompatibel mit SLE 4442. Dies ist besonders relevant für Anwender, die bereits bewährte Personalisierungsgeräte, Prüfstationen oder Karten-Ausgabesysteme der SLE 4442-Familie einsetzen. Für Kartenhersteller und Systemintegratoren kann diese Kompatibilität den Aufwand bei der Umstellung oder Qualifizierung vergleichbarer Speicherchip-Lösungen für Kontakt-IC-Karten und verwandte Kontaktchipkarten-Formate reduzieren.

Speicherstruktur und Schreibschutzfunktion

Der interne Speicher besteht aus einem 256 x 8 Bit EEPROM-Datenspeicher. Diese Kapazität eignet sich für kurze Identifikationsnummern, Zählerwerte, Kartenreferenzen, Ausstellerdaten, Anwendungsparameter und weitere kompakte Datensätze ohne komplexe Dateistrukturen. Zusätzlich verfügt der Chip über einen 32 x 1 Bit großen Schutzspeicher. Jedes Schutzbit entspricht einem der ersten 32 Bytes des Datenspeichers und ermöglicht die Sperrung dieser Speicherbereiche gegen spätere Änderungen.

Der geschützte 32-Byte-Bereich ist besonders für ausstellerkontrollierte Informationen wie Applikations-IDs, Kartencodierungen, Serienreferenzen oder andere dauerhaft zu erhaltende Personalisierungsdaten geeignet. Nach Aktivierung des Schutzes kann das entsprechende Byte im normalen Betrieb nur noch gelesen werden. Dadurch bleibt die Konsistenz zwischen Kartenkörper, Aufdruck und gespeicherten Daten auch nach der Ausgabe erhalten. Der Herstellerbereich wird durch den Chiphersteller verwaltet und unterstützt eine definierte Identifikationsstruktur.

Programmierbarer Sicherheitscode und Kommunikation

Änderungen an den gespeicherten Daten werden durch einen 3-Byte-Programmierbaren Sicherheitscode, kurz PSC, kontrolliert. Vor dem Ändern des Datenspeichers oder dem Setzen eines Schutzbits muss der korrekte PSC überprüft werden. Dieses Sicherheitskonzept ersetzt zwar keine modernen kryptografischen Smartcard-Plattformen, bietet jedoch für viele geschlossene Kartensysteme eine praktische Zugriffskontrolle gegen unerwünschte Datenänderungen.

Der SLE5542 verwendet ein Zwei-Draht-Kommunikationsprotokoll mit byteweiser Adressierung. Das Ende eines Verarbeitungsvorgangs wird über die Datenausgabe signalisiert, wodurch Kartenleser-Firmware Schreib- und Löschzeiten zuverlässig verwalten kann. Die Kontaktbelegung und das Answer-to-Reset-Verfahren entsprechen den Anforderungen der synchronen Übertragung nach ISO/IEC 7816 und erleichtern die Integration in standardisierte Kontaktkarten-Layouts. Der Baustein kann in Kartenprojekten eingesetzt werden, bei denen auch Magnetstreifen, Barcode, QR-Code oder RFID-Karten als alternative Identifikationstechnologien angeboten werden.

Elektrische Eigenschaften und Gehäuseoptionen

Der Baustein arbeitet mit einer Versorgungsspannung von 5 V bei einer Toleranz von ±10 %. Der typische Versorgungsstrom liegt bei etwa 600 µA, während der spezifizierte Maximalwert unter 3 mA bleibt. Die EEPROM-Lösch- und Schreibzeit beträgt 5 ms, die typische ESD-Schutzfestigkeit liegt bei 4.000 V. Das Datenblatt gibt außerdem eine minimale EEPROM-Lebensdauer von 100.000 Lösch-/Schreibzyklen sowie eine Datenspeicherung von mindestens 10 Jahren an, abhängig von Temperatur und Betriebsbedingungen.

Die Temperaturbereiche unterstützen typische Karten- und Modul-Anwendungen: Der Chip ist für einen Umgebungstemperaturbereich von -40 °C bis +80 °C ausgelegt, während der Modulbetrieb von -25 °C bis +80 °C angegeben ist. Die moderne 1,2-µm-CMOS-Technologie mit EEPROM-Zellenschutz, Metallabschirmung tiefer Schichten sowie sensorischen und logischen Sicherheitsfunktionen ermöglicht einen zuverlässigen Einsatz in energiesparenden Kartenanwendungen mit hohen Anforderungen an Stabilität und Speicherverhalten.

Je nach Produktionsanforderung sind verschiedene Ausführungen wie Wafer-Die, gesägte Chips, drahtgebundene Module und Flip-Chip-Module verfügbar. Die Anschlussfunktionen entsprechen der Kontaktkarten-Schnittstelle: VCC, RST, CLK, GND, N.C. und I/O. Für die Fertigung kompletter Karten kann der Chip oder das Modul in laminierte Kartenaufbauten integriert werden, darunter gängige Plastikkarten für Mitgliedschaften, Hotels, Hochschulen, Transportlösungen und Wertkartenanwendungen. Bei der Auswahl sollten Lesegeräte-Kompatibilität, Codiersoftware, Kartenstärke, Laminierungsparameter und Einsatzumgebung berücksichtigt werden.

Typische Anwendungen und Hinweise für Einkäufer

SLE5542-basierte Karten werden häufig eingesetzt, wenn eine einfache kontaktbehaftete EEPROM-Karte mit Schreibschutz anstelle einer reinen kontaktlosen Lösung benötigt wird. Typische Anwendungen sind Prepaid-Karten, Zugangssysteme, Kundenbindungsprogramme, Verkaufsautomaten, Parkkarten, Zeiterfassungskarten, Besucherkarten und Geräteauthentifizierungsmedien. Der Chip eignet sich besonders für Systeme, die kompakte Datenfelder auslesen und definierte Speicherbereiche nach erfolgreicher PSC-Prüfung aktualisieren.

Für Beschaffungsabteilungen stehen meist Kompatibilität, Codierprozess, Speicheraufteilung, Schutzkonzept und Kartenaufbau im Mittelpunkt. Vor der Serienproduktion sollte das Speicherlayout gemeinsam mit dem Systementwickler geprüft werden, insbesondere welche Bytes veränderbar bleiben, welche dauerhaft gesperrt werden und wie der PSC verwaltet wird. Vor größeren Produktionsmengen empfiehlt sich eine Musterprüfung mit dem vorgesehenen Lesegerät und der Software, insbesondere beim Austausch bestehender SLE 4442-Karten oder bei Projekten mit mehreren Identifikationstechnologien.

FAQ zum SLE5542 Datenblatt

Was ist der Hauptzweck des SLE5542 Chips?

Der SLE5542 wird hauptsächlich als sicherer EEPROM-Speicherchip für kontaktbehaftete Smartcards eingesetzt. Er speichert kompakte Datenmengen und ermöglicht kontrollierte Änderungen durch PSC-Prüfung. Er eignet sich für geschlossene Kartensysteme, bei denen einfacher Speicherzugriff, stabile Kommunikation zwischen Karte und Lesegerät sowie begrenzter Schreibschutz wichtiger sind als komplexe Mikrocontroller-Funktionen.

Ist der SLE5542 mit SLE 4442 Systemen kompatibel?

Ja. Das SLE5542 Datenblatt bestätigt eine 100-prozentige funktionale Kompatibilität mit SLE 4442. Dadurch eignet sich der Chip für Projekte, die bereits SLE 4442-kompatible Lesegeräte, Ausgabesysteme oder Softwareabläufe verwenden. Trotz dieser Kompatibilität sollten reale Muster getestet werden, da Timing, Kartenaufbau und Firmware-Einstellungen die endgültige Leistung beeinflussen können.

Wie funktioniert der Schreibschutz?

Die ersten 32 Bytes des 256-Byte-Datenspeichers können byteweise geschützt werden. Sobald das entsprechende Bit im 32-Bit-Schutzspeicher gesetzt wurde, wird das betreffende Datenbyte schreibgeschützt und kann nicht mehr durch normale Schreibvorgänge geändert werden. Dies ist ideal für Ausstellerdaten, Anwendungskennungen und feste Personalisierungsinformationen.

Welche Funktion hat der 3-Byte-PSC?

Der 3-Byte-Programmierbare Sicherheitscode steuert, ob Daten geändert werden dürfen. Vor Änderungen am Hauptspeicher oder dem Schreiben eines Schutzbits muss der korrekte PSC verifiziert werden. Dadurch entsteht eine grundlegende Zugriffskontrolle für Speicheränderungen in einfachen Kontaktkarten-Anwendungen wie Prepaid-, Mitglieds- und Zugangssystemen.

Welche elektrischen Parameter sollten Entwickler prüfen?

Entwickler sollten die Anforderungen an 5 V ±10 %, Stromverbrauch, EEPROM-Schreibzeit, ESD-Schutz, Temperaturbereich, Speicherzyklen und Datenhaltung prüfen. Das Datenblatt nennt einen typischen Stromverbrauch von etwa 600 µA, eine Schreibzeit von 5 ms, einen typischen ESD-Schutz von 4.000 V, mindestens 100.000 Lösch-/Schreibzyklen sowie eine Datenspeicherung von mindestens 10 Jahren.

Kann der SLE5542 in verschiedenen Kartenformaten geliefert werden?

Ja. Der Chip ist je nach Produktionsverfahren und Kartenaufbau als Die- oder Modulversion verfügbar. Bei fertigen Karten sollten Käufer Modultyp, Kontaktlayout, Kartenmaterial, Druckverfahren, Stärke und Codieranforderungen bestätigen. Eine kleine Pilotserie wird empfohlen, um elektrische Eigenschaften und mechanische Haltbarkeit vor der Serienfertigung zu überprüfen.

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