LRI2K Datenblatt für ISO 15693 RFID-ICs
August 18, 2024 1092 KommentareÜbersicht zum LRI2K Datenblatt
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Der LRI2K ist ein kontaktloser 13,56-MHz-Speicher-IC für ISO 15693 Vicinity-Tag-Projekte, die eine zuverlässige Identifikation, einen moderaten Nutzerspeicher und eine stabile Mehrfach-Tag-Erfassung benötigen. Diese Seite fasst die wichtigsten Informationen aus dem LRI2K Datenblatt aus Sicht der Produktentwicklung zusammen und unterstützt Anwender bei der Auswahl geeigneter Inlays, Etiketten, Karten oder kundenspezifischer RFID-Produkte.
Im Mittelpunkt bietet der LRI2K einen 2048-Bit-EEPROM-Speicher, der in 64 Blöcke mit jeweils 32 Bit organisiert ist. Jeder Block kann gelesen, beschrieben und bei Bedarf individuell gesperrt werden. Zusätzlich verfügt der Chip über eine werkseitig programmierte 64-Bit-UID, AFI- und DSFID-Register, einen 32-Bit-Kill-Code-Bereich sowie Unterstützung für ISO 15693-Befehle. Für Hersteller von RFID-Tags eignet sich dieser Funktionsumfang besonders für Identifikationssysteme, bei denen Speicherstruktur, Reader-Kompatibilität und langfristige Datenstabilität gemeinsam betrachtet werden müssen.
Technische Hauptmerkmale des LRI2K
Der LRI2K arbeitet mit einer 13,56-MHz-Trägerfrequenz und entspricht vollständig den Standards ISO 15693 sowie ISO 18000-3 Mode 1. Die Kommunikation vom Lesegerät zum Tag unterstützt 10 % oder 100 % ASK-Modulation mit 1-aus-4- oder 1-aus-256-Pulspositionscodierung. Die Rückkommunikation vom Tag zum Reader erfolgt über Lastmodulation mit Manchester-Codierung und 423-kHz- oder 484-kHz-Subträgern. Standard- und Hochgeschwindigkeits-Datenraten werden unterstützt, während schnelle Befehle die Reaktionszeiten in geeigneten Systemen verbessern können.
Für die Datenspeicherung nennt die Spezifikation mindestens 1.000.000 Schreib-/Löschzyklen sowie eine Datenerhaltung von mindestens 40 Jahren. Diese Werte sind besonders relevant für wiederverwendbare Etiketten, Asset-Identifikation, Inventardaten oder langlebige Zugangssysteme, bei denen gespeicherte Informationen dauerhaft verfügbar bleiben müssen. Die Programmierzeit von etwa 5,8 ms ist zudem wichtig für die Planung effizienter Codierprozesse bei Karten-, Label- oder Inlay-Fertigungen.
Das Speichermodell des LRI2K ist klar strukturiert. Die Blöcke 0 bis 63 bilden den Anwenderspeicher, wobei der Schreibzugriff davon abhängt, ob ein bestimmter Block bereits gesperrt wurde. Nach einer Sperrung kann ein Block nicht mehr verändert werden. Deshalb sollte der Produktionsprozess temporäre Personalisierungsdaten und dauerhafte Identifikationsinformationen getrennt verwalten. Die UID ist nicht vom Anwender veränderbar und wird bereits während der Halbleiterproduktion geschrieben, wodurch sie als zuverlässige Seriennummer dient.
RF-Protokoll, Befehle und Sicherheitsfunktionen
Der Befehlssatz des LRI2K deckt die typischen Funktionen von ISO 15693-Systemen ab: Inventory, Stay Quiet, Select, Reset to Ready, Read Block, Write Block, Lock Block, Read Multiple Blocks sowie die Verwaltung von AFI- und DSFID-Daten. Zusätzlich werden Systeminformationen, Sicherheitsstatus und schnelle Befehle wie Fast Inventory, Fast Read Block und Fast Read Multiple Blocks unterstützt. Dadurch eignet sich der IC sowohl für einfache Lesevorgänge als auch für strukturierte Inventarsitzungen.
Die Anti-Kollisionsfunktion spielt in realen Anwendungen eine wichtige Rolle, wenn sich mehrere Etiketten oder Karten gleichzeitig im Lesefeld befinden. Während des Inventory-Prozesses wird die UID für die Identifikation einzelner Tags verwendet, sodass das Lesegerät mehrere Transponder zuverlässig unterscheiden kann. Dadurch eignet sich der Chip für Bibliotheksverwaltung, Dokumentenverfolgung, Produktauthentifizierung, Dateiverwaltung und ähnliche Anwendungen mit vielen gleichzeitig erfassten Objekten.
Die Kill-Funktion ermöglicht eine dauerhafte Deaktivierung eines Tags nach erfolgreicher Ausführung des vorgesehenen Prozesses. Diese Funktion muss sorgfältig eingesetzt werden, da sie im normalen Betrieb nicht rückgängig gemacht werden kann. Für Einzelartikel-Kennzeichnung oder EAS-bezogene Anwendungen sollten Kill-Code, Sperrbefehle und Sicherheitskonzept vor der Serienproduktion geprüft werden.
Einsatzmöglichkeiten für fertige RFID-Produkte
Aus Sicht der Fertigung ist der LRI2K vor allem als Hochfrequenz-ISO-15693-Speicher-IC für kontaktlose Identifikationsprodukte zu betrachten und nicht als klassischer NFC-Marketing-Chip. Er eignet sich für Smart Labels, Bibliotheks-Tags, Inventaretiketten, Dokumenten-Tags, Asset-Labels und Kartenlösungen, bei denen bereits ISO-15693-Infrastruktur vorhanden ist. Bei der Verwendung in RFID-Etiketten müssen Antennengröße, Materialaufbau, Klebstoff und gewünschte Lesereichweite an die jeweilige Einsatzumgebung angepasst werden.
Der Chip kann ebenfalls für robuste Kartenanwendungen eingesetzt werden, bei denen ISO-15693-Lesegeräte installiert sind. Bei RFID-Karten können PVC, PET, Verbundmaterialien oder andere Laminatkonstruktionen verwendet werden, abhängig von Anforderungen an Biegefestigkeit und Bedruckbarkeit. Da der LRI2K in verschiedenen Ausführungen wie Wafer, Antennenformat, Inlay und UFDFPN8-Gehäuse erhältlich ist, richtet sich die optimale Lieferform nach dem jeweiligen Projektziel – vom Chip-Einbau über die Inlay-Konvertierung bis zur Lieferung fertiger RFID-Produkte.
Typische Anwendungen sind Bibliothekssysteme, Archivverwaltung, industrielle Teileidentifikation, Ticketsysteme, Asset-Tracking, Dokumentenkontrolle und softwaregestützte EAS-Szenarien. In diesen Projekten steht für Kunden meist nicht nur der Chip selbst im Mittelpunkt, sondern die komplette RFID-Lösung einschließlich Bauform, Codierung, Druckqualität, Leseleistung und Kompatibilität mit vorhandenen Lesegeräten.
Hinweise zu kundenspezifischer Anpassung und Produktion
Bei der Auswahl des LRI2K für ein individuelles Produkt ist die Chip-Spezifikation nur ein Teil der gesamten Entwicklung. Antennengeometrie, Abstimmung, Trägermaterial, Produktstärke, Laminierungstemperatur, Klebstoff, Oberfläche und Umgebungsbedingungen beeinflussen die endgültige Leistung. Ein Papieretikett verhält sich anders als eine stabile Karte oder ein eingebetteter Tag, auch wenn derselbe Chip verwendet wird. Vor der Serienproduktion wird daher ein Praxistest mit dem kundeneigenen Lesegerät empfohlen.
Für die Codierung sollte die Blockstruktur bereits vor Produktionsbeginn definiert werden. Manche Anwendungen benötigen ausschließlich die UID, während andere den Nutzerspeicher für Asset-Nummern, Statusinformationen oder Datenbankreferenzen verwenden. Wenn bestimmte Speicherblöcke nach der Codierung geschützt werden müssen, sollte die Sperrsequenz bereits in der Testphase bestätigt werden, da gesperrte Blöcke später nicht mehr geändert werden können. Auch AFI- und DSFID-Werte sollten bei Verwendung im Systemkonzept eindeutig festgelegt werden.
Das LRI2K Datenblatt dient als wichtige Grundlage für die technische Bewertung. Die endgültige Produktauswahl sollte jedoch zusätzlich Reader-Firmware, Antennenpositionierung, Materialeinflüsse und regionale Anforderungen berücksichtigen. SCIVAS unterstützt Kunden dabei, Anforderungen auf IC-Ebene in praktische RFID-Produkte umzusetzen – durch passende Inlay-Formate, Kartenstrukturen, Etikettenmaterialien, Druckverfahren und Codierprozesse.
LRI2K Datenblatt FAQ
Welcher RFID-Chip ist der LRI2K?
Der LRI2K ist ein kontaktloser 13,56-MHz-EEPROM-Tag-IC für ISO-15693-Vicinity-Systeme. Er verfügt über 2048 Bit Nutzerspeicher, eine 64-Bit-UID, Blockschutz, AFI- und DSFID-Unterstützung sowie Anti-Kollisionsfunktionen für Inventaranwendungen. Er wird häufig für HF-RFID-Etiketten, Tags und ausgewählte Kartenlösungen mit ISO-15693-Kompatibilität eingesetzt.
Wie ist der Speicher des LRI2K aufgebaut?
Der EEPROM-Nutzerspeicher ist in 64 Blöcke aufgeteilt, wobei jeder Block 32 Bit umfasst. Die Blöcke können einzeln gelesen, beschrieben und gegen spätere Änderungen gesperrt werden. Diese Struktur eignet sich für Asset-Nummern, Inventarcodes, Dokumentenreferenzen oder kompakte Datensätze, die direkt auf dem RFID-Chip gespeichert werden sollen.
Ist der LRI2K mit NFC-Smartphones kompatibel?
Der LRI2K ist ein ISO-15693-RFID-IC und kein typischer NFC-Marketing-Tag-Chip für einfache URL-Anwendungen. Einige mobile Geräte können ISO-15693 teilweise unterstützen, eine Kompatibilität sollte jedoch nicht vorausgesetzt werden. Für kommerzielle Projekte sind Tests mit dem tatsächlichen Reader, der Firmware, der Antenne und der gewünschten Reichweite erforderlich.
Welche Anwendungen eignen sich für LRI2K-Produkte?
LRI2K-basierte Produkte eignen sich für Bibliotheksetiketten, Archivverwaltung, Dokumentenverfolgung, Asset-Identifikation, Produktkennzeichnung, industrielle Inventur und softwaregestützte EAS-Anwendungen. Der Chip ist besonders geeignet, wenn eine vorhandene ISO-15693-Infrastruktur genutzt wird und stabile UID, moderater EEPROM-Speicher, Anti-Kollisionsfähigkeit und Blockschutz wichtiger sind als große Speicherkapazitäten.
Können LRI2K-Daten nach der Codierung gesperrt werden?
Ja. Jeder 32-Bit-Nutzerspeicherblock kann mit dem Lock-Befehl individuell geschützt werden. Dies ist sinnvoll, wenn Produktionsdaten nach der Personalisierung unverändert bleiben müssen. Die Sperrung sollte jedoch sorgfältig geplant werden, da geschützte Blöcke später nicht mehr bearbeitet werden können. Vor der Serienproduktion sollten Testmuster geprüft werden.
Welche Gehäuse- oder Lieferformen sind für LRI2K verfügbar?
Die Spezifikation nennt verschiedene Optionen wie Wafer, Antennenformate, Inlay-Strukturen und UFDFPN8-Gehäuse. Die optimale Variante hängt vom Fertigungsprozess ab. Fertige Label- und Kartenprojekte nutzen häufig Inlay- oder Konvertierungslösungen, während Elektronikentwicklungen verpackte Chips für direkte Integration und Tests benötigen können.
Welche Informationen werden für ein kundenspezifisches LRI2K-Projekt benötigt?
Bitte stellen Sie Informationen zu Produktform, Anwendung, Reader-Modell, erforderlicher Reichweite, Größe, Material, Druckdaten, Codierungsinformationen, Speicher-Sperranforderungen und geplanter Bestellmenge bereit. Bei der Ablösung bestehender Tags oder Karten helfen Muster und technische Referenzen dabei, Chip-Kompatibilität, Antennenleistung und Produktionsmöglichkeiten vor der Serienfertigung zu bewerten.



