ICODE SLIX-L Datenblatt für HF-RFID-Smartlabels

August 18, 2024 1081 Kommentare

ICODE SLIX-L Datenblatt



Überblick zum ICODE SLIX-L Datenblatt

Der ICODE SLIX-L mit den Varianten SL2S5002 und SL2S5102 ist ein kompakter 13,56 MHz HF-RFID-Label-IC für Identifikationssysteme nach ISO/IEC 15693 und ISO/IEC 18000-3. Der RFID-Chip eignet sich für Anwendungen, die einen schlanken Befehlssatz, begrenzten Speicher, datenschutzorientierte Funktionen und eine zuverlässige Mehrfacherkennung mehrerer Labels im Lesefeld benötigen. Diese Übersicht zum ICODE SLIX-L Datenblatt unterstützt Entwickler, Einkäufer und RFID-Designer bei der Bewertung des Chips für Smart Labels, Einzelteilkennzeichnung, Bibliothekslabels, Wäschekennzeichnung und passive HF-RFID-Produkte.

Wie andere passive ICODE-Produkte benötigt auch der SLIX-L keine Batterie. Die Energieversorgung und der Datenaustausch erfolgen über eine mit den Anschlüssen LA und LB verbundene Antenne. Mit einer passend ausgelegten gedruckten, geätzten, gewickelten oder gestanzten Spule unterstützt der Chip die kontaktlose Nahbereichsidentifikation. Die tatsächliche Lesereichweite hängt von Antennengeometrie, Lesegeräteleistung, Labelgröße, Materialien und Einbausituation ab. Das Datenblatt beschreibt eine RF-Kommunikation mit bis zu 53 kbit/s, 16-Bit-CRC-Übertragung und echter Antikollisionsfunktion.

IC-Architektur und HF-Schnittstelle

Kontaktloser 13,56-MHz-Betrieb

Der ICODE SLIX-L verwendet eine kontaktlose HF-Schnittstelle für Energieversorgung und Datenübertragung. Die analoge HF-Schnittstelle wandelt die Feldenergie um, verarbeitet Lesebefehle und moduliert das Feld für die Antwort des Labels. Der digitale Controller übernimmt die Verarbeitung des ISO-15693-Protokolls, Antikollision, Befehlsausführung, Zugriffskontrolle und EEPROM-Kommunikation. Diese Architektur ermöglicht den Einsatz in dünnen Inlays, selbstklebenden RFID Labels, Karteneinlagen und kundenspezifischen Tag-Formaten.

Für eine hohe Reader-Kompatibilität folgt der Chip der ISO/IEC-15693-Luftschnittstelle und unterstützt standardmäßige Inventarisierungsfunktionen, sofern kein Privacy- oder Destroy-Status eine Antwort verhindert. Unterstützt werden unter anderem Inventory, Stay Quiet, Read Single Block, Write Single Block, Lock Block, Select, Reset to Ready, AFI- und DSFID-Funktionen. Die SLIX-L-spezifischen Befehle erweitern die Möglichkeiten um Passwortverwaltung, Privacy-Aktivierung, Label-Zerstörung, Inventory-Page-Auslesen, schnelle Antikollisionslesung, EAS-Steuerung, AFI-Schutz und EAS-ID-Schreiben.

EEPROM- und Identifikationsstruktur

Das Speichersystem basiert auf einem 512-Bit-EEPROM mit 16 Blöcken zu jeweils 4 Byte. Der direkt adressierbare Anwenderspeicher umfasst 32 Byte und ist in 2 Pages mit 8 Blöcken und jeweils 4 Byte pro Block organisiert. Die Blöcke 0 bis 7 können über Lese- und Schreibbefehle angesprochen werden, sofern keine Schreibschutzbedingungen aktiv sind. Der Konfigurationsbereich speichert interne Steuerinformationen wie UID-Daten, Sperrstatus, Passwörter, AFI-, DSFID- und EAS-Einstellungen.

Jeder IC verfügt über eine werkseitig programmierte 64-Bit-UID, die nach der Herstellung schreibgeschützt ist. Diese eindeutige Kennung ermöglicht eine zuverlässige Rückverfolgbarkeit auf Label-Ebene und ist besonders wichtig für Bibliotheksverwaltung, Mietobjekte, Inventareinheiten und industrielle Kennzeichnung. Der Anwenderspeicher kann kompakte Artikelnummern, Statuswerte, Objektreferenzen oder codierte Indizes speichern, während umfangreichere Informationen in Backend-Systemen verwaltet werden.

Privacy-, EAS-, AFI- und Sperrfunktionen

Der SLIX-L eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen Datenschutz und kontrollierte Nutzung nach der Ausgabe eine wichtige Rolle spielen. Der passwortgeschützte Privacy Mode verwendet ein 32-Bit-Privacy-Passwort. Ist dieser Modus aktiviert, reagiert das Label nicht auf normale Befehle, bis der korrekte Wiederherstellungsprozess mit Zufallszahl- und Passwortsequenz durchgeführt wurde. Zusätzlich bietet der Chip einen passwortgeschützten Destroy-Befehl, nach dessen erfolgreicher Ausführung das zerstörte Label dauerhaft keine Befehle mehr beantwortet.

Auch EAS- und AFI-Funktionen können durch ein 32-Bit-Passwort geschützt werden. EAS ist besonders für Bibliotheken und Mietsysteme geeignet, bei denen Überwachung oder Ausleihstatus verwaltet werden müssen. AFI ermöglicht die Klassifizierung von Labels nach Anwendungsgruppen und unterstützt Lesegeräte beim Filtern relevanter Tags in gemischten Umgebungen. DSFID-Unterstützung, Block-Sperrung sowie AFI- und EAS-Locking bieten Integratoren zusätzliche Kontrolle nach Codierung und Einsatz.

Anwendungen und Produktintegration

Laut Datenblatt gehören Fabrikautomation, Industrie- und Wäschemanagement, Asset Management, Bibliotheken und Mietsysteme zu den wichtigsten Einsatzbereichen. In Fertigungs- und Lagerprojekten kann der SLIX-L eingesetzt werden, wenn HF-Nahbereichsidentifikation gegenüber sehr kurzen Proximity-Systemen bevorzugt wird. Für Bibliotheks- und Mietanwendungen unterstützen EAS-, AFI-, Antikollisions- und Privacy-Funktionen eine effiziente Verwaltung von Umlaufstatus und Datenschutz.

Aus Sicht der Produktfertigung lässt sich der Chip in Smart-Label-Inlays, kompakte RFID Tags, Anhänger, Karten, Tickets und weitere kundenspezifische HF-RFID-Transponder integrieren. Verfügbare Varianten umfassen gesägte Bump-Wafer-Versionen mit unterschiedlichen typischen Eingangskapazitäten sowie eine XSON3-Gehäuseversion. Die SL2S5002-Familie ist mit einer typischen Eingangskapazität von 23,5 pF verbunden, während die SL2S5102-Wafer-Version eine typische Kapazität von 97 pF aufweist. Daher muss die Antennenabstimmung exakt zur gewählten Chipvariante passen.

Entwicklungsteams sollten den Chip nicht isoliert, sondern als Bestandteil eines vollständigen RFID-Produkts betrachten. Die tatsächliche Lesereichweite wird durch Reader, Antennengröße, Spulenqualität, Abstimmung, Ausrichtung sowie Einflüsse durch Metall, Flüssigkeiten oder menschliche Körper beeinflusst. Für stabile Ergebnisse sollte das Chip-Datenblatt gemeinsam mit Inlay-Zeichnungen, Antennentests, Codierungsanforderungen und Reader-Validierungen geprüft werden. SCIVAS nutzt die SLIX-L-Spezifikation als Grundlage für kundenspezifische HF-RFID-Lösungen und die Auswahl geeigneter RFID-Lesegeräte.

Zusammenfassung der wichtigsten Spezifikationen

Technische Kernmerkmale

  • Chipmodell: ICODE SLIX-L mit den Varianten SL2S5002 und SL2S5102.

  • HF-Schnittstelle: 13,56 MHz HF-RFID nach ISO/IEC 15693 und ISO/IEC 18000-3.

  • Energieversorgung: passive kontaktlose Funktion ohne Batterie.

  • Kommunikation: bis zu 53 kbit/s mit 16-Bit-CRC und Datenrahmung.

  • Speicher: 512-Bit-EEPROM mit 32 Byte direkt adressierbarem Anwenderspeicher.

  • Identifikation: werkseitig programmierte 64-Bit-UID, nach Produktion schreibgeschützt.

  • Sicherheit: 32-Bit-Passwörter für Privacy-, Destroy- sowie EAS/AFI-Funktionen.

  • Datenerhalt: 50 Jahre Datenspeicherung und 100.000 Schreibzyklen unter definierten Bedingungen.

  • Bauformen: Bump-Wafer-Varianten und XSON3-SOT1122-Gehäuseoption.

FAQ zum ICODE SLIX-L Datenblatt

Wofür wird der ICODE SLIX-L hauptsächlich eingesetzt?

Der ICODE SLIX-L wird hauptsächlich für passive HF-RFID-Labels und Tags eingesetzt, die ISO-15693-Nahbereichsidentifikation, kompakten Anwenderspeicher, Antikollision und Datenschutzfunktionen benötigen. Typische Anwendungen sind Bibliothekslabels, Mietobjekte, Wäschekennzeichnung, industrielle Tracking-Labels und Asset-Management-Systeme. Der Chip eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen eine zuverlässige Identifikation wichtiger ist als ein großer On-Chip-Speicher.

Wie viel Anwenderspeicher bietet der ICODE SLIX-L?

Der Chip verfügt über eine 512-Bit-EEPROM-Struktur, wobei der direkt nutzbare Anwenderspeicher 32 Byte beträgt. Dieser Speicher ist als 2 Pages mit 8 Blöcken organisiert, wobei jeder Block 4 Byte enthält. Damit können kompakte Artikelnummern, Referenzcodes oder Statuswerte gespeichert werden, während umfangreiche Produkt- oder Kundendaten üblicherweise in externen Datenbanken verwaltet werden.

Unterstützt der ICODE SLIX-L Datenschutzfunktionen?

Ja. Der Chip unterstützt einen passwortgeschützten Privacy Mode mit einem 32-Bit-Privacy-Passwort. Nach Aktivierung reagiert das Label nicht mehr auf normale Befehle, bis der korrekte Passwortprozess ausgeführt wurde. Diese Funktion ist sinnvoll, wenn Labels nach einem Kauf, einer Ausleihe oder einer Nutzung beim Kunden verbleiben und ungewolltes Auslesen reduziert werden soll.

Was ist der Unterschied zwischen SL2S5002 und SL2S5102?

Beide Varianten gehören zur ICODE-SLIX-L-Familie, unterscheiden sich jedoch bei den typischen Eingangskapazitäten für die Antennenauslegung. SL2S5002-Versionen verfügen über eine typische Kapazität von 23,5 pF, während die SL2S5102-Wafer-Version mit 97 pF angegeben wird. Die Auswahl hängt von Antennengeometrie, Inlay-Design, Fertigungsprozess und Abstimmungsanforderungen ab.

Kann der Chip für HF-RFID-Labels mit großer Lesereichweite verwendet werden?

Das Datenblatt beschreibt eine Reichweite von bis zu 1,5 m unter geeigneten Bedingungen für Antenne und Lesefeld. Die tatsächliche Reichweite wird jedoch nicht allein durch den Chip bestimmt. Sie hängt von Reader-Leistung, Antennendesign, Labelgröße, Abstimmung, Ausrichtung und Umgebung ab. Vor der Serienproduktion sind Tests mit dem vorgesehenen Reader und der endgültigen Einbausituation erforderlich.

Welche Sicherheitsfunktionen gibt es neben dem Privacy Mode?

Der ICODE SLIX-L verfügt über einen passwortgeschützten Destroy-Befehl, der ein Label nach erfolgreicher Ausführung dauerhaft deaktiviert. Zusätzlich werden Passwortschutz für EAS- und AFI-Funktionen sowie Block-Sperrmechanismen für DSFID, AFI und EAS unterstützt. Diese Funktionen verhindern unerwünschte Änderungen nach der Codierung und ermöglichen kontrollierte Umlauf- und Asset-Systeme.

Was sollte vor dem Einsatz des ICODE SLIX-L in einem kundenspezifischen Produkt geprüft werden?

Vor der Produktion sollten Chipvariante, Antennenkapazität, Speicheraufteilung, Codierungsformat, Reader-Kompatibilität, gewünschte Lesereichweite und Umgebungsbedingungen geprüft werden. Bei Karten, Labels, Textil-Tags oder gekapselten Produkten sind außerdem Materialstärke, Klebeverfahren, Laminierungstemperatur, mechanische Belastung und Endtests zu berücksichtigen. Eine erfolgreiche Integration erfordert die Abstimmung von Chip, Antenne und Produktgehäuse.

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