ICODE 3 Datenblatt für SL2S3003 und SL2S3003TT

August 18, 2024 1169 Kommentare

ICODE 3 Datenblatt

ICODE3 Übersichtsdokument

ICODE 3 97pF Datenblatt

Funktionsvergleich zwischen ICODE SLIX, ICODE SLIX2, ICODE 3 und ICODE DNA



Übersicht zum ICODE 3 HF-RFID-Chip

ICODE 3 ist ein 13,56-MHz-Vicinity-Label-IC für moderne HF-RFID- und NFC-basierte Identifikationslösungen. Die Chipfamilie umfasst SL2S3003 ohne TagTamper-Funktion sowie SL2S3003TT mit integrierter TagTamper-Unterstützung. Diese Zusammenfassung des ICODE 3 Datenblatts richtet sich an Entwickler, Produktmanager und Einkäufer, die technische Informationen für die Auswahl von Inlays, Etiketten, Tickets, Transpondern oder kundenspezifischen RFID-Produkten benötigen.

Im Vergleich zu früheren ICODE-Generationen bietet ICODE 3 eine verbesserte Lesereichweite, flexible Speicherverwaltung, Datenschutzfunktionen und eine vereinfachte Integration in industrielle Anwendungen. Der IC ist vollständig rückwärtskompatibel mit ICODE SLIX 2 und erweitert diese Funktionen um SELFAdjust, schnelles Lesen mit bis zu 212 kbit/s, einen konfigurierbaren 24-Bit-Zähler, eine ASCII-Mirror-Funktion, einmaliges Speichersperren sowie programmierbare Originalitätssignaturen. Dadurch eignet sich ICODE 3 besonders für Anwendungen mit hohen Stückzahlen, bei denen RFID-Tags zuverlässig lesbar, nachvollziehbar und gegen unbefugte Änderungen geschützt sein müssen.

Technische Spezifikationen aus dem Datenblatt

HF-Schnittstelle und Leseleistung

ICODE 3 arbeitet mit einer Frequenz von 13,56 MHz und basiert auf der ISO/IEC 15693 Vicinity-Card-Protokollfamilie. Der IC wird über das elektromagnetische Feld des RFID-Lesegeräts mit Energie versorgt und benötigt keine interne Batterie. Bei geeigneter Antennenauslegung und Leserarchitektur sind HF-Anwendungen mit einer Reichweite von bis zu 1,5 m Gate-Breite möglich. Die SELFAdjust-Funktion optimiert die HF-Leistung nach dem Start und unterstützt dadurch unterschiedliche Antennengrößen sowie verschiedene Einbaumaterialien.

Der Chip unterstützt Antikollision, sodass einzelne Tags auch bei mehreren Transpondern im Lesefeld gezielt ausgewählt werden können. Dies ist besonders relevant für Lagerverwaltung, Logistik, Dokumentenmanagement und die Identifikation einzelner Produkte. Die Funktion Fast Read Multiple Block ermöglicht Datenraten bis zu 211,88 kbit/s gemäß den ISO/IEC 15693-3 Definitionen und reduziert dadurch die Lesezeit bei größeren Datenmengen.

Speicheraufbau und Datenschutzfunktionen

ICODE 3 verfügt über 2432 Bit nutzbaren EEPROM-Speicher, organisiert in 76 Blöcken mit jeweils 4 Byte. Die Blöcke 0 bis 74 stehen für Anwenderdaten zur Verfügung, während Block 75 für den 24-Bit-Zähler und das zugehörige Schutzflag reserviert ist. Zusätzlich beschreibt das Datenblatt einen separaten Konfigurationsspeicher für Chip-Einstellungen, Zugriffskontrolle, AFI, DSFID, EAS, Datenschutzfunktionen, Zählermodus und weitere Steueroptionen.

Für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Produktauthentifizierung und Datensicherheit bietet ICODE 3 eine 8 Byte UID, eine programmierbare ECC-basierte Originalitätssignatur mit 32 Byte oder 48 Byte, blockweise Speicherverriegelung, passwortgeschützten Lese- und Schreibzugriff, geschützte Destroy-Funktion sowie passwortgeschützte Privacy-, EAS- und AFI-Funktionen. Der Privacy-Modus ermöglicht das Ausblenden der ursprünglichen UID, während der Destroy-Befehl einen autorisierten Tag dauerhaft deaktiviert.

TagTamper- und Zählerfunktionen

Die Version SL2S3003TT erweitert ICODE 3 um eine TagTamper-Funktion mit aktuellem und gespeichertem Status. Diese Funktion eignet sich für Anwendungen, bei denen RFID-Tags erkennen müssen, ob ein Siegel, eine Verpackung, ein Verschluss, ein Etikett oder ein Gehäuse geöffnet wurde. Dadurch kann das RFID-System nicht nur identifizieren, sondern auch Manipulationsereignisse dokumentieren.

Der konfigurierbare 24-Bit-Zähler kann als befehlsbasierter Zähler oder NFC-Zähler betrieben werden. Im NFC-Zählermodus wird der Wert bei einer Interaktion mit einem NFC-Lesegerät erhöht, sofern die entsprechenden Konfigurationen erfüllt sind. Diese Funktion unterstützt Anwendungen wie Verbrauchsmaterialverwaltung, Nutzungszählung, Wartungsprotokolle oder Interaktionsverfolgung.

Anwendungen und Integration in RFID-Produkte

ICODE 3 eignet sich besonders für Produktidentifikation, Rückverfolgbarkeit, Fälschungsschutz, Manipulationsschutz, Bestandsmanagement, intelligente Verbrauchsmaterialien und mobile NFC-Anwendungen. Der Chip kann in unterschiedliche Bauformen integriert werden, darunter RFID Labels, Smart Sticker, Verpackungssiegel, Authentifizierungs-Tags, industrielle Kennzeichnungsetiketten, Bibliothekslabels und Verbrauchsmaterial-Inlays.

Für Hersteller und Systemintegratoren liegt der praktische Vorteil von ICODE 3 in der Kombination aus HF-Leseleistung, Speicherkapazität, NFC-Funktionalität und flexiblen Sicherheitsmechanismen. Der IC ist geeignet, wenn Standard-HF-Tags nicht ausreichen, aber keine UHF-Technologie erforderlich ist, beispielsweise bei Projekten mit ISO/IEC 15693-Kompatibilität, mobiler Interaktion oder kontrollierter Speicherverwaltung. Je nach Antennendesign und Gehäusekonzept kann ICODE 3 auch in RFID Tags für Anlagen, Handelsprodukte, Geräte oder versiegelte Waren integriert werden.

Bei der Produktentwicklung sollte die Chipauswahl immer mit Antennengeometrie, Bondprozess, Trägermaterial, Speicherstruktur, Passwortkonzept, Lesegerätefunktionen und Einsatzumgebung abgestimmt werden. Die Wafer-Versionen werden als 12-Zoll-Bumped-Wafer mit einer Dicke von 120 μm und einer typischen Eingangskapazität von 23,5 pF zwischen LA und LB geliefert. Die Version SL2S3003TT verfügt zusätzlich über DP- und GND-Pads zur Umsetzung der TagTamper-Funktion. Für Ticketing, Markenschutz, Dokumentenmanagement oder Event-Anwendungen kann der Chip auch für die Entwicklung von RFID Tickets eingesetzt werden, wenn HF-Kommunikation und kontrollierte Datenverarbeitung erforderlich sind.

Hinweise zur Entwicklung und Anpassung

Bei der Integration von ICODE 3 in ein fertiges RFID-Produkt ist der Chip nur ein Bestandteil des Gesamtsystems. Lesereichweite, Schreibzuverlässigkeit, NFC-Verhalten, Manipulationserkennung und Benutzererlebnis hängen von Antennenabstimmung, Materialaufbau, Chipmontage, Ausrichtung, Labelgröße, Leserleistung und Softwareintegration ab. Daher sollte das Datenblatt immer gemeinsam mit dem geplanten Produktdesign und den Anforderungen aus Praxistests betrachtet werden.

SCIVAS unterstützt kundenspezifische RFID-Produktentwicklungen auf Basis von Größe, Material, Druckanforderungen, Codierung, Chipkonfiguration, Speicheraufteilung und Anwendungsszenario. Bei Projekten mit Privacy-Modus, Originalitätssignatur, AFI- oder EAS-Schutz, TagTamper- oder Zählerfunktionen sollten Leserprozesse und Codierungsregeln bereits vor der Serienproduktion definiert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass das fertige RFID-Produkt optimal zur Anwendung passt.

FAQ

Wofür wird der ICODE 3 SL2S3003 Chip eingesetzt?

ICODE 3 SL2S3003 wird für HF-RFID- und NFC-Anwendungen eingesetzt, bei denen größere Lesereichweite, zuverlässiger Speicherzugriff und erweiterte Datenschutzfunktionen erforderlich sind. Typische Anwendungen sind Produktverfolgung, Lagerverwaltung, Verpackungsauthentifizierung, intelligente Verbrauchsmaterialien, Dokumentenidentifikation und mobile Interaktion. Die Version SL2S3003TT ergänzt diese Funktionen durch TagTamper zur Erkennung von Öffnungen oder Manipulationen.

Wie viel Benutzerspeicher bietet ICODE 3?

Das ICODE 3 Datenblatt gibt 2432 Bit nutzbaren EEPROM-Speicher an, organisiert in 76 Blöcken mit jeweils 4 Byte. Die Blöcke 0 bis 74 bieten 300 Byte Speicher für Anwenderdaten, während Block 75 für den 24-Bit-Zähler und das Schutzflag reserviert ist. Zusätzlich steht ein Konfigurationsspeicher für Einstellungen und Zugriffskontrolle zur Verfügung.

Ist ICODE 3 mit ISO/IEC 15693-Systemen kompatibel?

Ja. ICODE 3 wurde für 13,56-MHz-Vicinity-Anwendungen auf Basis der ISO/IEC 15693-Kommandoumgebung entwickelt. Der Chip unterstützt Standard- und optionale ISO/IEC 15693-3-Befehle, Antikollision, Lese- und Schreibfunktionen sowie AFI- und DSFID-Verwaltung. Die tatsächliche Systemkompatibilität hängt jedoch von der Firmware und den unterstützten Leserfunktionen ab.

Was ist der Unterschied zwischen SL2S3003 und SL2S3003TT?

SL2S3003 ist die Standardversion von ICODE 3 ohne TagTamper-Funktion. SL2S3003TT verfügt zusätzlich über TagTamper-Funktionen mit erweiterten Anschlüssen zur Manipulationserkennung. SL2S3003 eignet sich für klassische RFID-Labels und Tags, während SL2S3003TT verwendet wird, wenn ein Produkt den Zustand von Öffnung, Beschädigung oder Manipulation erfassen soll.

Kann ICODE 3 für NFC-Anwendungen verwendet werden?

ICODE 3 kombiniert ISO/IEC 15693-basierte HF-RFID-Funktionen mit NFC-orientierten Möglichkeiten wie dem NFC-Zählermodus. Dadurch eignet sich der Chip für Anwendungen, bei denen Smartphones oder NFC-Lesegeräte mit dem Tag interagieren. Das endgültige Verhalten hängt jedoch von Chipkonfiguration, Datenformat, Antennendesign, Smartphone-Kompatibilität und Softwareumgebung ab.

Welche Sicherheitsfunktionen bietet ICODE 3?

ICODE 3 bietet eine eindeutige 8 Byte UID, programmierbare ECC-basierte Originalitätssignatur, passwortgeschützte Lese- und Schreibzugriffe, Privacy-Modus, geschützte EAS- und AFI-Funktionen, Speicherverriegelung sowie einen autorisierten Destroy-Befehl. Diese Funktionen schützen gespeicherte Daten, verhindern unbefugte Änderungen und unterstützen Anwendungen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen.

Was sollte vor der Herstellung von ICODE 3 RFID-Produkten geprüft werden?

Vor der Serienproduktion sollten Chipversion, Antennengröße, Materialaufbau, gewünschte Lesereichweite, Speicherstruktur, Codierungsformat, Passwortkonzept, Lesegeräteunterstützung sowie erforderliche TagTamper- oder Zählerfunktionen geprüft werden. Pilotserien sind wichtig, da die endgültige RFID-Leistung vom gesamten Produktaufbau und nicht nur von den Chipdaten abhängt.

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