HITAG μ HTMS8X01 Datenblatt für LF-RFID-Anwendungen
August 18, 2024 1215 KommentareHITAG μ HTMS8X01 Übersicht
HITAG μ, in diesem Datenblatt als HTMS8X01 Transponder-IC-Familie bezeichnet, ist ein kontaktloser Niederfrequenz-RFID-Chip für kompakte LF-RFID-Transponder und Karten. Der Chip erweitert die bewährte HITAG Infrastruktur und bleibt gleichzeitig mit bestehenden Lesegeräten sowie etablierten Herstellungsprozessen für Transponder kompatibel. Er bietet eine verbesserte Reichweite, schnellere Datenverarbeitung und eine für Umgebungen mit mehreren Transpondern geeignete Protokollstruktur.
Diese Seite fasst die wichtigsten technischen Spezifikationen des HITAG μ Datenblatts für Einkäufer, Entwickler und Produktteams zusammen, die den Chip für kundenspezifische RFID-Produkte evaluieren. Der IC benötigt keine externe Stromversorgung. Energie und Systemtakt werden durch induktive Kopplung erzeugt. Die Datenspeicherung erfolgt im nichtflüchtigen EEPROM, während die Kommunikation über eine kontaktlose LF-Schnittstelle für Identifikation, Lese-/Schreibfunktionen, passwortgeschützten Zugriff und Anti-Kollisionsbetrieb erfolgt.
Zentrale RF- und Protokollspezifikationen
HITAG μ arbeitet im Frequenzbereich von 100 kHz bis 150 kHz, wobei 125 kHz die typische LF-Betriebsfrequenz darstellt. Der Chip verfügt über einen integrierten Resonanzkondensator mit 280 pF und einer Produktionstoleranz von ±5 Prozent, wodurch die Antennenauslegung vereinfacht wird. Die Kommunikation vom Lesegerät zum Transponder erfolgt über eine 100-prozentige ASK-Modulation mit binärer Pulslängencodierung. Die Rückkommunikation vom Transponder zum Lesegerät verwendet eine starke ASK-Modulation und unterstützt Manchester- sowie Biphase-Codierung.
Das Protokoll unterstützt den Reader Talks First Betrieb mit einem schnellen Anti-Kollisionsalgorithmus, sodass mehrere Transponder gleichzeitig im RF-Feld verwaltet werden können. Zusätzlich stehen der Transponder Talks First Modus sowie ein temporärer Wechsel von TTF zu RTF zur Verfügung. Die Datenrate vom Lesegerät zum Transponder beträgt 5,2 kbit/s, während die Rückübertragung mit 2 kbit/s, 4 kbit/s oder 8 kbit/s konfiguriert werden kann. Eine zyklische Redundanzprüfung schützt die Kommunikation vor nicht erkannten Übertragungsfehlern.
Speicher, Identifikation und Sicherheitsfunktionen
Die HITAG μ Familie bietet verschiedene Speicheroptionen innerhalb desselben grundlegenden Protokolls. Die Standardversion von HITAG μ verfügt über einen 128-Bit-TTF-Datenbereich für ISO 11784 und ISO 11785 Tieridentifikationsdaten. HITAG μ Advanced erweitert die EEPROM-Kapazität auf bis zu 512 Bit, organisiert in 4-Byte-Blöcken, sodass zusätzliche Anwenderdaten wie Zuchtinformationen, Prozessstatus, Behälteridentifikation oder Wartungsdaten gespeichert werden können.
Für den Datenschutz bietet der Chip eine eindeutige 48-Bit-Identifikationsnummer, eine 32-Bit-Passwortfunktion und eine Speicher-Sperrfunktion. Zugriffsrechte können so konfiguriert werden, dass bestimmte Speicherbereiche lesbar/schreibbar, nur lesbar oder passwortgeschützt sind. Auch Konfigurations- und Passwortblöcke können gesperrt werden. Da die Block-Sperrung dauerhaft und nicht rückgängig machbar ist, sollte die endgültige Sperrstrategie vor der Seriencodierung festgelegt werden.
Das Datenblatt gibt eine Datenspeicherung von 10 Jahren im nichtflüchtigen Speicher an. Zudem enthält es Informationen zur Schreibzyklenfestigkeit in den Speicher- und Schnellreferenzbereichen. Entwickler sollten daher die erforderliche Lebensdauer bereits bei der Chipauswahl und Produktvalidierung berücksichtigen. Bei den meisten Identifikationsanwendungen stehen eine zuverlässige Lesbarkeit, stabile UID-Verarbeitung, korrekte Codierung und ein robuster Schutz der fertigen Tag-Struktur im Mittelpunkt.
Normenunterstützung und geeignete Anwendungen
HITAG μ erfüllt die Anforderungen von ISO 11784 und ISO 11785 für die Tieridentifikation und unterstützt ISO/IEC 14223 mit Anti-Kollisions- und Lese-/Schreibfunktionen. Damit eignet sich der Chip für LF-Identifikationsprodukte, bei denen Normenkonformität, vorhersehbares Lesegeräteverhalten und zuverlässige Feldkommunikation wichtiger sind als hohe Geschwindigkeit und große Reichweiten von UHF-Systemen. HITAG μ ist kein universeller Ersatz für HF-, NFC- oder UHF-Chips, sondern wird eingesetzt, wenn eine LF-Architektur und Unterstützung des HITAG μ Protokolls erforderlich sind.
Typische Einsatzbereiche sind Tieridentifikation, Wäschereiautomatisierung, Bierfass- und Gasflaschenlogistik sowie Markenschutz. In der Tieridentifikation unterstützt HITAG μ ISO-konforme Nummernstrukturen und zusätzliche Offline-Daten in der Advanced-Version. Für die Wäschereiautomation können kompakte LF-Button-Tags für wiederholte Belastungen durch Druck, Hitze und Wasser entwickelt werden, wodurch der Chip für kundenspezifische RFID Laundry Tags geeignet ist. In der Gasflaschen- und Fassverwaltung ermöglichen Anti-Kollisions- und Schreibfunktionen eine effiziente Identifikation sowie wiederverwendbare Behälterverfolgung mit individuellen Gas Cylinder RFID Tags. Auch für Programme zur Kennzeichnung von Nutztieren oder Haustieren kann der Chip bei passenden mechanischen Formaten und Leserprotokollen in geeigneten Animal RFID Tags eingesetzt werden.
Lieferformen, Gehäuse und Fertigungshinweise
Das HITAG μ Datenblatt beschreibt gesägte, goldgebumpte 8-Zoll-Waferlieferungen sowie eine SOT1122-Gehäuseoption. Bestellbeispiele sind HTMS8001FUG/AM für HITAG μ Waferlieferung, HTMS8101FUG/AM für HITAG μ Advanced Waferlieferung und HTMS8001FTB/AF für die XSON3-Gehäuseversion. Das XSON3-Gehäuse ist ein besonders dünnes Small-Outline-No-Lead-Gehäuse mit einer Baugröße von 1,0 mm × 1,45 mm × 0,5 mm.
Bei der Entwicklung fertiger RFID-Produkte ist die Chipauswahl nur ein Teil des gesamten Designs. Antennenspule, Resonanzabstimmung, Tag-Gehäuse, Vergussmaterial, Codierungsprozess und Einsatzumgebung beeinflussen die endgültige Leistung. Ein kleiner Tiertransponder, ein Wäscherei-Button-Tag und ein wiederverwendbarer Industrietag können zwar auf demselben LF-Chipkonzept basieren, benötigen jedoch unterschiedliche Spulengeometrien, Materialien, Druckbeständigkeit, Temperaturbeständigkeit und Reichweitenprüfungen.
Hinweise zur Auswahl und kundenspezifischen Anpassung
Für kundenspezifische HITAG μ Transponder sind die wichtigsten Auswahlkriterien die Zielanwendung, benötigte Norm, Speichergröße, erwartete Lesereichweite, Betriebstemperatur, Kontakt mit Wasser oder Chemikalien, Montagefläche, Codierungsformat und Sperranforderungen. Wenn ISO 11784/11785 Tier-ID benötigt wird, müssen Datenformat und Lesegerätekompatibilität sorgfältig geprüft werden. Benötigt das Projekt zusätzlichen Anwenderspeicher, ist die Advanced-Version möglicherweise besser geeignet als die Standardversion mit 128 Bit.
Käufer sollten außerdem klären, ob sie unbeschriebene Chips, vorcodierte Chips, gesperrte Daten, bedruckte oder laserbeschriftete Seriennummern oder komplette RFID-Tags benötigen. Bei anspruchsvollen Umgebungen kann das fertige Produktdesign wichtiger sein als der Chip selbst. Vor einer Serienproduktion wird ein Praxistest mit dem tatsächlichen Lesegerät des Kunden empfohlen.
FAQ
Wofür wird der HITAG μ HTMS8X01 Chip verwendet?
HITAG μ HTMS8X01 ist ein LF-RFID-Transponder-IC für kontaktlose Identifikationsprodukte. Der Chip eignet sich hauptsächlich für Tieridentifikation, Wäschereiautomatisierung, wiederverwendbare Behälterverfolgung, Gasflaschenlogistik, Bierfassidentifikation und Markenschutz. Er wird eingesetzt, wenn ein Projekt stabile LF-RFID-Eigenschaften, HITAG μ Protokollunterstützung, ISO-Tier-ID-Kompatibilität und zuverlässigen Betrieb in kompakten Transponderformaten benötigt.
Welche Frequenz verwendet HITAG μ?
HITAG μ arbeitet in einem Frequenzbereich von 100 kHz bis 150 kHz, wobei 125 kHz die typische LF-Betriebsfrequenz ist. Der integrierte 280-pF-Resonanzkondensator erleichtert die Antennenanpassung bei vielen Tag-Designs. Die tatsächliche Lesereichweite hängt vom Lesegerät, Spulendesign, der Tag-Größe, dem Vergussmaterial und der Einsatzumgebung des fertigen RFID-Produkts ab.
Was ist der Unterschied zwischen HITAG μ und HITAG μ Advanced?
Die Standardversion HITAG μ bietet einen 128-Bit-Bereich für ISO 11784 und ISO 11785 TTF-Daten. HITAG μ Advanced erweitert die EEPROM-Kapazität auf bis zu 512 Bit, organisiert in 4-Byte-Blöcken, und ermöglicht die Speicherung zusätzlicher Anwenderinformationen. Die Advanced-Version ist besser geeignet, wenn neben der grundlegenden Identifikationsnummer weitere Offline-Daten benötigt werden.
Unterstützt HITAG μ einen Passwortschutz?
Ja. HITAG μ verfügt über eine 32-Bit-Passwortfunktion, konfigurierbare Speicherzugriffsrechte und eine Speicher-Sperrfunktion. Bestimmte Bereiche können für Lesen/Schreiben, Nur-Lesen oder passwortgeschützten Zugriff konfiguriert werden. Da die Sperrung dauerhaft ist, sollten Codierungs- und Sperrkonzepte vor der Serienproduktion bestätigt werden.
Kann HITAG μ mit vorhandener HITAG Lesegeräte-Infrastruktur verwendet werden?
Das Datenblatt beschreibt, dass HITAG μ die bestehende HITAG Infrastruktur erweitert und mit derselben Lesegeräte-Infrastruktur sowie Transponder-Fertigungstechnik der HITAG Produktfamilie betrieben werden kann. Die tatsächliche Kompatibilität sollte jedoch vor der Produktion mit dem verwendeten Lesegerätemodell, der Firmware, dem Befehlssatz, dem Codierungsformat und der Anwendungssoftware geprüft werden.
Welche Gehäuse- und Lieferformen sind verfügbar?
Das Datenblatt nennt gesägte, goldgebumpte 8-Zoll-Waferlieferungen sowie eine SOT1122-Gehäuseoption. Die XSON3-Version besitzt ein sehr kleines No-Lead-Gehäuse mit einer Baugröße von 1,0 mm × 1,45 mm × 0,5 mm. Die geeignete Lieferform hängt davon ab, ob der Hersteller direkt Chip-basierte Transponder oder ein Design mit verpacktem IC produziert.
Welche Informationen werden für ein kundenspezifisches HITAG μ RFID-Produkt benötigt?
Bitte stellen Sie Informationen zur Anwendung, benötigten Norm, zum Lesegerät, zur gewünschten Lesereichweite, Tag-Größe, Material, Umgebung, Speicherbedarf, Codierungsdaten sowie Passwort- oder Sperranforderungen bereit. Für Wäscherei-, Tier- oder Industrieanwendungen sollten zusätzlich Temperatur, Wasserbelastung, Druck, Chemikalienkontakt und Montagebedingungen angegeben werden, damit die optimale Tag-Struktur entwickelt werden kann.



